Abschied ist bekanntlich ein scharfes Schwert

  • sko_oct_rs_garage_tschuess_1
  • sko_oct_rs_garage_tschuess_2
  • sko_oct_rs_garage_tschuess_3
  • sko_oct_rs_garage_tschuess_4
  • sko_oct_rs_garage_tschuess_5
Abschied ist bekanntlich ein scharfes Schwert. Und das schneidet nun die (virtuellen) Bande zwischen mir und dem Skoda Octavia Combi RS schmerzlich entzwei. Die Trennung ist für mich schlimmer als das TV-Aus von Stefan Raab. Im Gegensatz zum Raab finde ich den Skoda nämlich richtig spritzig.

Dafür ist in erster Linie der 184-PS-Diesel zuständig, der ab etwa 1 700 Touren herrlich kräftig an der Leine zieht. Gebettet ins gleichermaßen straffe wie bequeme Sportgestühl wird da selbst eine sonst gähnend langweilige Autobahnstrecke wie München-Nürnberg zur Vergnügungsmeile. Wenn das Limit aufgehoben ist, kann man wunderbar zügig die Überholspur sauberfegen, mit 230 km/h Spitze gehört der Skoda zum oberen Ende der Nahrungskette. Und auch das entspannte Mitschwimmen im Strom der rechten Fahrbahn ist kein Problem. Schließlich lässt es sich aus dieser Position mit einem kurzen Tritt aufs Gaspedal rasant wieder nach links durchstarten.

Aber obwohl der RS häufig die Sporen bekommen hat, sind die Tankstellenbetreiber durch uns nicht viel reicher geworden. Über den gesamten Test-Zeitraum haben meine Kollegen und ich durchschnittlich 6,8 Liter Diesel verheizt. Das ist äußerst akzeptabel.
Richtig Klasse finde ich, dass sich an diesem Auto vieles schön knackig und straff bedienen lässt. Das geht schon bei den Türen los, die mit sattem „Klack“ ins Schloss schnappen. Und geht weiter mit dem Laderollo, das in seiner Halterung akkurat nach hinten surrt, wenn es mit einem Fingertipp ausgelöst wird. Wer das Rollo-Gewurstel bei manch anderem Kombi kennt, wird das zu schätzen wissen. Und natürlich gehören auch die direkte Lenkung und die exakte Sechsgang-Box dazu. Straff ist allerdings auch das um 15 Millimeter tiefergelegte Sportfahrwerk. Es meldet Querrillen eifrig nach innen – da muss man sich erst dran gewöhnen.

Daran habe ich mich jedoch ebenso gewöhnt wie an die Annehmlichkeiten des großen Kofferraumes mit niedriger Ladekante. Vor allem, dass ich nur an zwei Hebeln ziehen muss, die Rücklehnen umklappen und ein 1 740-Liter-Abteil mit fast ebenem Boden entsteht, begeistert mich. Doch es sind auch kleine Details, die mir den Abschied erschweren. Zum Beispiel der Eiskratzer (auch wenns jetzt im Sommer keinen interessiert) in der Tankklappe. Ich weiß immer, wo er ist und zudem kann er dort nach Gebrauch völlig ungeniert abtropfen. Oder der nette Hinweis im Display „Bitte Mobiltelefon nicht vergessen“. Danke, Skoda, du kennst meine Schwächen wie ein guter Freund. Schade, dass du gehst. 
 
Daten:
1 968 ccm, 4-Zyl.-Turbodiesel, FF, 184 PS, 4,6 l/100 km, 119g/km CO2, 0–100 km/h in 8,2 s, 230 km/h, 1 487 kg, 31.290 € / 36.325 €
 
Gutes:
- Exakte Schaltung mit kurzen Wegen, direkte Lenkung
- Mächtig viel Dampf für spritzige Zwischenspurts
- Jede Menge clevere Details, die das Autofahren versüßen
 
Schlechtes:
- Die Außenspiegel verschmutzen bei Schmuddelwetter schnell
- Der Sound aus Richtung Auspuff dürfte gern kerniger sein
- Die harte Federung ist nicht jedermanns Sache
 

Top Tests

Top News

Folgt uns:

Zum Seitenanfang