Muss ein Familienkombi wirklich 184 PS haben?

  • sko_oct_rs_garage_hallo_1
  • sko_oct_rs_garage_hallo_2
  • sko_oct_rs_garage_hallo_3
  • sko_oct_rs_garage_hallo_4
  • sko_oct_rs_garage_hallo_5
Endlich ist er angekommen. Steht da mit seinem tiefblauen Metallic-Rennanzug, schwarzen 18-Zoll-Sportschuhen (die wirklich was hermachen!) und soll uns in den nächsten Wochen zeigen, was er drauf hat. Beziehungsweise, wieviel hineinpasst und wie sich das dann fortbewegen lässt. Unser Garagen-Neuling ist der Skoda Octavia Combi RS Diesel. Er ist sowas wie der brandneue VW Golf Variant GTD, sieht aber rassiger aus und hat noch mehr Platz im Heck. Der Motor ist der gleiche wie im Wolfsburger. Und zwar jener Zweiliter-Diesel mit 184 PS, der auch für Modelle von Audi und Seat zu haben ist. Für den Skoda-Sportler ist der Selbstzünder heiß begehrt: Etwa zwei Drittel aller RS-Kombi werden mit TDI bestellt.

Dass der Kombi-Octavia ein praktisches Familienauto ist, hat sich schon länger herumgesprochen. Der riesige Fond und der bis zu 1 740 Liter große Stauraum lassen Eltern entzückt jauchzen. Wer schon mal versucht hat, einen Kinderwagen nebst Urlaubsgepäck für drei Leute in einen normalen Golf zu würgen, weiß diese Größe zu schätzen.

Die RS-Optik mit markanten Schürzen, schwarzem Kühlergrill und eckigen Auspuffenden sieht rassig aus, trägt aber nicht zu dick auf. So, als ob man den Heimwerker-King Tim Taylor in ein Fitnessdress stecken würde.

Die ausgeformten Sportsitze sind uns sofort sympathisch. Sie sind bequem, langstreckentauglich und geben herrlich viel Seitenhalt. Nur die Fondgäste klagen, dass die integrierten Kopfstützen die Sicht nach vorn behindern. Ein tragbarer DVD-Player sorgt bei diesem Problem aber schnell für Ruhe.

Für 31.290 Euro ist unser RS schon ab Werk erste Sahne bestückt. Selbst der Tempomat, die Sitzheizungen und die Parkpiepser sind schon drin. Doch wir haben noch einiges draufgebucht. Der teuerste Posten von den etwa 5 000 Euro Zusatzausstattung ist das „Businesspaket Traveller“ für 2 110 Euro, das nicht nur ein großes Multimedia-Navi mit allem Pipapo, sondern auch Spurhalte- und Fernlichtassistent sowie eine Verkehrzeichenerkennung mitbringt. Ansonsten zeigt unser Skoda mit 15 Millimeter tiefer gelegter Karosserie, Sechsgang-Handschaltung und Serien-Lenkung seine reine Seele. Auf die „Fahrprofilauswahl“ haben wir verzichtet und eine Dämpferverstellung gibts für den RS sowieso nicht.

Der erste Eindruck? Feines Gefährt! Die Maschine macht (von einer kurzen Anfahrverzögerung mal abgesehen) kräftig Dampf, die Schaltung ist knackig, die Lenkung direkt. Die nächste Zeit wird richtig gut.
 
Daten:
1968 ccm, 4-Zyl.-Turbodiesel, FF, 184 PS, 4,6 l/100 km, 119g/km CO2, 0–100 km/h in 8,2 s, 230 km/h, 1 487 kg, 31.290 € / 36.325 €
 
Gutes:
- Großer Fond und massig viel Stauraum
- Keine Sporttaste, keine adaptiven Dämpfer. Einfach ehrlich
- Pack und knack: Die herrlich exakte Handschaltung passt zu diesem Auto

Schlechtes:
- Ja, es gibt Querfugen auf der Straße. Das Fahrwerk meldet sie uns. Zumindest die meisten
- Aus dem Drehzahlkeller heraus kommt der Zweiliter-Diesel erst verhalten, um dann aber mächtigen Druck aufzubauen
 

Top Tests

Top News

Folgt uns:

Zum Seitenanfang