Es gibt offenbar immer noch Autos mit Charakter

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Im Laufe der Zeit wird uns der Kia Soul immer sympathischer. Du sitzst hoch drin, blickst über eine Motorhaube, die so eben ist wie eine Tischtennisplatte und weißt, wo der Wagen zu Ende ist. Im Cockpit ist alles an der richtigen Stelle und wunderbar ablesbar. Also ist der Soul eigentlich ein ideales Auto für Rentner (oder Best Ager, Generation Gold, Käptn Silberlocke. Nicht, dass noch die Grauen Panther bei uns anrufen).

Aber Kia will den Soul unbedingt lifestyligen jungen Menschen aufs Brot schmieren. Unter anderem mit einer Sache, die eher wie aus den 1980er-Jahren wirkt. Ich meine das sogenannte „Sound&Navi-Paket“ für 1 290 Euro, das unser Dauertestwagen intus hat. Darin inbegriffen ist die Ambientebeleuchtung in den vorderen Türen. Klingt auf den ersten Blick wie die bei Premiummarken inzwischen oft übliche, leicht bordellige Schlafzimmerbeleuchtung auf Schulterhöhe. Nicht so im Kia: Hier strahlen euch die Rahmen der Lautsprecher in fetten Neonfarben an.

Per Drehknopf kann ich wählen, ob das Disco Inferno ausgeschaltet bleibt, im Takt der Musik zuckt oder gaaaaaanz relaxt die Farben vor sich hin wechselt. Ich bevorzuge den letzteren Modus namens „Mood“. Gerade bei Fahrten in der Dunkelheit hält das zusätzlich wach (zumal es komisch aussieht, wenn es bei Cool Jazz plötzlich grün oder violett leuchtet). Einige Kollegen wiederum interessiert der ganze Kram einen feuchten Kehricht und sie stellen ihn ab. Kleiner Tipp: Nehmt einen Beifahrer mit, dann erkennt ihr die Lichtorgel da unten eh nicht mehr. Eigenartig bleibt die Aufpreispolitik von Kia: Wer das einfach zu bedienende Navigationssystem haben will, muss das erwähnte Paket inklusive optionaler Partystimmung buchen.

Da wir gerade beim Thema sind: Für mich würde auch die Basisausstattung namens „Edition 7“ bereits ausreichen. Die hat 16-Zoll-Alus, eine Klimaanlage, rundum Fensterheber und Parkpiepser hinten. Aber den Diesel (und nur den solltet ihr nehmen) gibt es damit nicht. Ergo müsst ihr immer mindestens 24.990 Euro auf den Tisch legen.

Sagte ich immer? Aktuell geht es auch günstiger, denn Kia hat mit dem Soul „Dream-Team“ noch ein Sondermodell im Angebot. Das gilt bis Ende 2015 und bietet für 22.190 Euro eine Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung sowie die ziemlich gut sichtbaren LED-Rückleuchten. Klingt irgendwie ganz schön sympathisch.
 
Daten:
1 582 ccm, 4-Zyl.-Turbodiesel, FF, 128 PS, 5,0 l/100 km, 132g/km CO2, 0–100 km/h in 11,2 s, 180 km/h, 1 538 kg, 24.990 € / 28.700 €
 
Gutes:

- Tolle Übersicht: Man fühlt sich sofort wohl im Soul
- Er schnurrt vielleicht nicht wie ein Kätzchen, aber der Diesel spricht prima an und liefert immer genügend Druck

Schlechtes:
-  In der Topausstattung „Spirit“ sind 18-Zoll-Aluräder inklusive. Das sieht zwar schick aus, aber der Abrollkomfort leidet doch deutlich darunter 

 

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