Ein geräumiges Crossover-Schnäppchen?

  • suzuki_sx4_scross_1
  • suzuki_sx4_scross_2
  • suzuki_sx4_scross_3
  • suzuki_sx4_scross_5
  • suzuki_sx4_scross_4
Endlich haben wir mal wieder ein herrlich unentschlossenes Fahrzeugkonzept in unserer Testwagen-Garage, das einer Einordnung bedarf: zu flach für ein SUV, zu hoch für einen Kombi, zu klein für einen Van.

Einzig die Plastikbeplankungen mit Alu­anteil, der Allradantrieb sowie die erhöhte Bodenfreiheit des Suzuki SX4 S-Cross sind wunderbare optische und technische Komponenten, die den Namenszusatz „Cross“ ohne weitere Bedenken zulassen. Der Rest ist ein Kombi-Van mit SUV-DNA und Kompaktwagen-Einflüssen. „Over“ und aus.

Ihr könntet jetzt natürlich behaupten, da kommen die mit einem Crossover an, das schon über ein Jahr auf dem Modell­zyklus-Buckel hat, und wollen uns altes Eisen als Neuentdeckung und Geheimtipp verkaufen. Völlig korrekt, über diesen japanischen Zwitterwagen aus ungarischer Herstellung wurde schon ziemlich viel gedacht, gesagt und geschrieben.

Aber: Wo bekommt man noch einen vollausgestatteten Fünfsitzer mit Allrad­antrieb und 120-Diesel-PS für unter 30.000 Euro? Samt Comfort+-Ausstattung und ihren annehmlichen Zutaten wie Navigationssystem, Sitzheizung, Klimaautomatik oder Bi-Xenon-Scheinwerfern?

Da wird die Auswahl ganz schön dünn und selbst ein in den Grundzügen vergleichbarer Skoda Yeti kostet genauso viel, ohne Sonderausstattung versteht sich.

Merkt man dem Suzuki den Kampfpreis an? Der erste Eindruck ist ... ja ... irgendwie schon. Hat man aber erst die aufgeschäumten Cockpitelemente in der Hartplastiklandschaft entdeckt, lässt das den Japaner zum Supermarktsushi mutieren: Es schmeckt, macht satt und ist günstig, aber gewisse Abstriche müssen halt sein.

Trotzdem: 5,7 Liter Testverbrauch, der sechste Gang, bis zu 1 269 Liter Kofferraumvolumen und 175 km/h in der Spitze machen den Suzuki bei uns zu einem beliebten Wochenendbegleiter auf der Langstrecke. Doch egal, ob lange oder kurze Fahrt: Die Frontsitze unterstützen den Rücken nicht gut genug, die Anfahrschwäche stört und die Getriebeabstufung samt Turboloch macht sich besonders bemerkbar, wenn man zu früh hoch schaltet (also für eine spontane Gasannahme auf mindestens 1 800 Umdrehungen pro Minute achten). Dann doch auf Sushi verzichten?

Ob wir uns an die Eigenheiten gewöhnen können? Der Winter steht vor der Tür, hier könnte das allradgetriebene, pragmatische Crossover-Schnäppchen weitere Freizeit-
Pluspunkte sammeln.
 

Daten:
1 598 ccm, 4-Zyl.-Turbodiesel, F4, 120 PS, 4,4 l/100 km, 114g/km CO2, 0–100 km/h in 13 s, 175 km/h, 1 380 kg, 25.190 € / 29.490 €

Gutes:
- Für unter 30.000 Euro ist die Hütte voll und die gesamte Aufpreisliste abgearbeitet
- Bewegt sich die Tanknadel überhaupt? Der niedrige Verbrauch und der 47-Liter-Tank machen Tankstopps selten

Schlechtes:
- Ein Turboloch und die Anfahr­schwäche trüben das Bild von dem sonst durchzugs­starken Diesel
- Auch wenn er ansonsten langstreckentauglich ist, die Sitze sind es nicht

 

Top Tests

Top News

Folgt uns:

Zum Seitenanfang