Suzuki kann nicht nur Swift

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Was erwartet ihr nach 11.756 Kilometer im Suzuki SX4 S-Cross? Nach 695,2 Liter Diesel, die sich in den vier Brennkammern zu Feinstaub und CO2 entzündet haben? Ein einfaches Fazit? Einen Schlusssatz?

Das Beste wäre doch die beiden erwähnten Zahlen einfach miteinander zu verrechnen: 5,9 Liter pro 100 Kilometer kommen dabei heraus. Das ist der Durchschnittsverbrauch, aber diese nüchterne Betrachtung und Reduzierung auf eine einzige Zahl würde dem S-Cross (auch wenn man es anders vermuten könnte) nicht gerecht werden.

Zwischen mir und dem Pragmatiker ist eine solide Langzeitbeziehung entstanden, denn man kennt die Macken und Schwächen des Auto-Partners, schafft es aber, sich irgendwie zu arrangieren. Aber auch die fünfstellige Kilometerleistung ändert nichts daran, dass ich mich immer noch über den manchmal fehlenden Orientierungssinn des Navigationssystems ärgere. Gerade in Städten, wo der Elektro-Kompass am nötigsten wäre, ist das System mehr ziellos als zielgenau.

Außerdem störe ich mich an den blauen Umrahmungen der Rundinstrumente. Sie erinnern immer an Frauen, die ihre Augenlider in einer bestimmten Farbe schminken, obwohl diese partout nicht zum ausgewählten Kleiderkolorit passen will.

Aber über diese Kleinigkeiten lässt sich hinwegsehen und man zieht zusammen um, fährt gemeinsam in den Urlaub, baut Vertrauen auch in schwierigen Situationen auf und fängt an, richtig stolz auf das eigentlich gute Mensch-Maschine-Teamwork zu sein.
„Susi“ (so der entstandene Spitzname) verlangt auch nicht viel. Ein dicker Geldbeutel ist nur Nebensache und trotzdem gibt sie mir alles, was ich von ihr erwarte: Platz, Geborgenheit, Wärme, Sicherheit, ein gewisses Maß an Spaß und eben auch die ein oder andere Macke.

Das ist sicher nichts für junge Leute, die Abenteuer erleben möchten, ein gewisses Risiko und die Unbeständigkeit schätzen. Doch man will es im jugendlichen Leichtsinn eben nicht wahr haben: Man ändert sich irgendwann, wird erwachsen. Dann zählen Zuverlässigkeit, Vertrauen und Beständigkeit mehr als Aussehen, Status oder Abwechslung (zumindest sollte es das) und es muss „was Festes“ sein.

Und wenn dann im Laufe der goldenen Hochzeit die Frage gestellt wird: Würden Sie ihren Partner noch einmal heiraten? Was dann? Ich glaube ich würde es wieder tun und so fällt der Abschied schwerer als erwartet. Adieu Suzuki SX4 S-Cross, adieu „Susi“.
 

Daten:
1598 ccm, 4-Zyl.-Turbodiesel, F4, 120 PS, 4,4 l/100 km, 114g/km CO2, 0–100 km/h in 13 s, 175 km/h, 1 380 kg, 25.190 € / 29.490 €

Gutes:
- Durch das große Schiebedach passt nicht nur die Kamerafrau
- Kleine Macken, mit denen man sich anfreundet, und danach stolz darauf ist
- Verwechslungen auf Parkplätzen ausgeschlossen

Schlechtes:
- Bis auf die Farbe so emotional wie eine Bühnenshow von ZZ Top 
- Ein Japaner mit wenig elektronischen Spielereien

- Eine Fehlermeldung im Kombiinstrument legt dessen Bedienung lahm

 

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