Ein brandneuer Civic Type R ist gelandet. Nichts für schwache Nerven …

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Solltet ihr eher den dezenten Auftritt bevorzugen, dann ist das hier vermutlich nicht unbedingt die erste Wahl für euren nächsten fahrbaren Untersatz. Begrüßt mit uns den brandneuen und bemerkenswert offensiven Honda Civic Type R.

Ja, der neue Civic Type R sieht genauso aus, wie die Studie, die ihn im Herbst 2016 auf dem Pariser Autosalon vorwegnahm. Für die meisten Fans ist das ein sehr gutes Zeichen. Der Rest von euch muss ja nicht so genau hinschauen. Oder kann sich wie bisher in allen möglichen Internetforen über das wenig subtile Design auslassen. Wir hingegen vergessen jetzt einfach mal kurz die Optik und kommen zur Technik des neuen Type R. Da gibt es nämlich genug gutes Zeug, worüber sich niemand zu beschweren braucht ...

Wie vermutet, ist der aufgeladene 2,0-Liter-VTEC-Vierzylinder ziemlich genau der gleiche wie im Vorgänger. Etwas Gefummel an der Motorsteuerung und ein neuer Auspuff bedeuten immerhin zehn PS mehr, womit wir nun insgesamt bei 320 PS und 400 Newtonmeter angelangt sind. Der Type R hat also zehn PS mehr als ein VW Golf R. Die anderen Allrad-Hot-Hatches wie der Ford Focus RS, der Audi RS 3 oder der Mercedes-AMG A 45 schlagen ihn zwar nach wie vor windelweich, allerdings war es auch nicht Hondas Ziel, das fast schon absurde Kraft-Wettrüsten mitzumachen.

Der Civic Type R bleibt schließlich ein Auto mit Vorderradantrieb. Und mit einem großartigen (wenn nicht gar dem derzeit besten) Sechsgang-Schaltgetriebe. Es ist das gleiche wie im Vorgänger, nun allerdings ergänzt um eine Zwischengasfunktion wie beim Porsche 911 R … oder dem … ähm … Mini Cooper. Menschen mit drei oder zwei sehr begabten Füßen können die Funktion aber auch deaktivieren (es ist noch ein bisschen Zeit, eure Hacke-Spitze-Skills auf ein annehmbares Level zu heben). Eine Automatik ist weiterhin nicht vorgesehen und das, obwohl der Type R zum ersten Mal auch in den USA angeboten wird.

Natürlich basiert dieser Type R auf dem brandneuen Honda Civic, was diverse Vorteile bei Chassis und Fahrwerk mit sich bringt. Gegenüber dem Vorgänger steigt die Torsionssteifigkeit um 38 Prozent. Außerdem wandert die starre Hinterachse des alten Type R endlich in den Müll und macht Platz für eine unabhängige Mehrlenker-Hinterachse, die im neuen Type R mit speziell entwickelten und extrem steifen Querlenkern verstärkt wird. Auch die Vorderachse wurde überarbeitet, um die Fronttriebler-tyipschen Antriebseinflüsse in der Lenkung weiter zu reduzieren. Honda spricht von verbesserter Stabilität und Fahrbarkeit. Dazu sollten auch ein vergrößerter Radstand und eine breitere Spur beitragen.

Ein weiterer Vorteil der neuen Plattform wird sich – etwas überraschend, wie wir finden – beim Sound zeigen. Das neue Auto ist wohl besser isoliert, was die Ingenieure offenbar dazu nutzten, den Auspuffsound des Type R zu verbessern. Das Thema Klang war beim alten Auto ja ein Fall für sich, vornehmlich deshalb, weil es so gut wie keinen hatte. Der neue Type R soll beim Cruisen leiser und komfortabler klingen, aber gleichzeitig mehr Remmidemmi machen, wenn man ihm ordentlich auf die Löffel gibt. Das Ganze glücklicherweise ohne Fake-Sound aus dem Lautsprecher.

Wo wir gerade beim Komfort sind: Ein Problem beim Vorgänger waren ganz klar die Fahrmodi. Naja, eigentlich gab es nur einen. Er hieß R+, schärfte das Ansprechverhalten des Motors (gut), macht die adaptiven Dämpfer aber so knallhart, dass der Type R auf öffentlichen Straßen nahezu unfahrbar wurde (nicht ganz so gut). Beim neuen Type R gibt es auch wieder einen R+-Modus. Allerdings hat man ihm diesmal einen Comfort- und einen Sport-Modus zur Seite gestellt. Das Spektrum des neuen Über-Civic wird also breiter als bisher.

Ein breiteres Spektrum ist gut, um mehr Menschen davon zu überzeugen, das eigene Hot Hatch zu kaufen. Böse Zungen würden behaupten, beim doch recht speziellen Design des neuen Civic Type R wäre das auch bitter nötig. Der Vorgänger war ja schon sehr eigen, das neue Modell schafft es – zumindest unserer Meinung nach – aber tatsächlich, hier noch eine ganze Schippe Eigenheit draufzulegen. Immerhin sorgen ein glatterer Unterboden, die massiven Lufteinlässe in den vorderen Kotflügeln, ein leichterer (und nach wie vor riesiger) Heckflügel sowie die neuen Wirbelgeneratoren am Ende des Dachs für eine verbesserte aerodynamische Balance. Und für mehr Downforce. Wofür die drei (!) Auspuffendrohre sorgen, ist noch unklar. Zumindest fallen sie auf.

Und das in Europa ab Sommer 2017. Wenn ihr jetzt einen Civic Type R bestellt, kriegt ihr ihn vermutlich im Juli oder August. Die Preise stehen noch nicht fest. Der Vorgänger startete bei 34.500 Euro.

Autor: Stefan Wagner

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